Archive for Februar, 2011

18. Februar 2011

Die Enden der Parabel – Jenseits der Null

Bin durch mit dem ersten Kapitel. So um 280 Seiten. Mancher Roman hat weniger. Wie will Pynchon diese Fülle übers Buch durchhalten? Und was war nun die Essenz? Könnt Ihr mir das sagen? Abgesehen davon, dass ein sehr dichtes Bild des Weltkrieges, des Krieges an sich vielleicht, entsteht, nicht nur ein Bild – eine Stimmung in tausend Bildern? Wer erzählt das Kapitel nach? (Und es folgen ja noch viele weitere).

Die Kirche mit den makkaronischen Weihnachtsliedern (eia, wärn wir da!), das Röhrenschweissen am nachtdunklen Strand, die gefährliche Raketenstellung Nr.3 in den Niederlanden, die Wine-Jellies der etwas an Quotidiansfieber, etwas an Skorbut erkrankten Mrs.Quoad, Roger und Jessica nicht nur vor Kälte erzitternd in ihrem illegalen Haus, Slothorp im Verfolgungswahn, der sich aus der irren Welt in sein Irrenhaus zurücksehnt, die “Weisse Visitation” nahe den Klippen, “ein zweckentfremdetes Irrenhaus, darin ein paar Alibi-Irre, ein Riesenrudel zusammengestohlener Hunde, und diverse Cliquen von Spiritisten, Vaudeville-Komödianten, Funkexperten, Couéisten, Uspenskianern, Skinneriten, Lobotomie-Enthusiasten und Dale-Carnegie-Zeloten…” (S.127), Krake Grigori nebst Panda und Pekaris, die Exilregierungen, die Ardennenoffensive als letzte Zuckung des Nazireiches, die Military Police, die Flakhelferinnen, Séancen mit Poltergeistern, Häuserreihen, von der Rakete wie faule Zähne weggerissen, die sieben Besitzer des Buches (fünf davon tot), Pirat Prentice und seine Bananen, Stadtpläne, Pointsman der Pawlowianer und die winselnden Hunde, aufgehobene Verdunkelung (die Invasion in der Normandie hat ja stattgefunden), Hänsel und Gretel und der Ofen als sexuell-masochistische Travestie, die sterbenden Dronten auf Mauritius, der Friedhof in Massachusets, Novi Pazar und die Balkanomanie, der Engel über Lübeck, Charlie Parker, die unterirdischen Kanäle, der Negerjunge, der Mulattenknabe und der Zuave, die geheimen und allergeheimsten Missionen. Ein Moment des Umkippens. Über allem die V2.

Der Krieg – schrecklich aber so gut wie vorbei, das angloamerikanische Imperium – auf der Höhe seiner Macht dem Zerfall anheimgegeben – parabolisch sozusagen. Der alte Brigadier Pudding und die Wissenschaftler der “Weissen Visitation” an der parapsychologischen Front tätig und doch schon bar jeglicher Finanzierung….

Nun habe ich aber doch einen Schwerpunkt gefunden: Dar Name des Kapitels hat geholfen: Jenseits der Null. Pointsman und Roger Mexico, erklärte Antagonisten (diesen interessieren Eins und Null, jenen das Dazwischen), gehen einen eisigen Strand unterhalb der Klippen entlang und finden “die Umkehrung von Ursache und Wirkung” heraus, erfahrbar an dem hier wiederholt geschilderten Phänomen: dass die Raketen einschlagen, BEVOR man sie hört oder kommen sieht, Schall und Rauch erst danach wahrnehmbar sind. Nun ist ja der Explosionslärm nicht die Ursache des angerichteten Elends. Immerhin ist’s ein Bild. Ein Graus für Pawlowianer, die ganz der Logik des Aristoteles verpflichtet sind, dass nämlich A die Ursache von Wirkung B ist, sprich, dass jeder Reiz eine Reaktion hervorruftt. Aber Slothorps Reaktion kommt vor dem “Reiz”? Können wir uns andere ursachenlose “Wirkungen” vorstellen? Na klar. Freie Handlungen. Sie sind durch nichts bewirkt. Sie kommen von jenseits der Null. Aber wir hören Roger und Pointsman nicht zu Ende diskutieren. “So stapfen sie weiter,…kleiner werdend, rehfarben, grau, mit einem Schuss von Purpur, scharf konturiert, ihre Fussabdrücke eine lange, überfrierende Reihe von erloschenen Sternen (puh, der Mann ist oft total poetisch!), und der bewölkte Himmel spiegelt sich fast weiss auf dem glasierten Strand…

Wir haben sie verloren. Kein Mensch belauschte jene frühen Diskussionen, kein beiläufiger Schnappschuss überlebt. Sie gingen, bis der Winter sie verschluckte und es so schien, als würde noch der grausame Kanal selbst gefrieren und keiner, kein einziger von uns, sie je ganz wiederfinden. Ihre Spuren füllten sich mit Eis und wurden, wenig später, in das Meer gespült.” (S.150) Auf Nikos Kazantzakis’ Grab auf Kreta steht: “Ich habe nichts, ich hoffe nichts, ich fürchte nichts (hab keine “Ursachen”, die mein Handeln bestimmen). Ich bin frei.” Bemerkenswert, dass das auf einem Grab steht. Der Tod als Freiheitsmoment? Jedenfalls ist er ein Hauptmotiv von Pynchons Text. Für die, die Lust haben, alles nochmal zu lesen, ein Forschungsauftrag: Wie oft und als was kommt in dem Kapitel der Tod vor? (“’Und welches ist das allerhäufigste Wort?’ fragt Jessica, ‘Ihre Nummer Eins?’ ‘Das gleiche wie immer bei solchen Veranstaltungen’, erwidert der Statistiker, als ob jeder es wüsste: ‘Tod’”(S.55))

“…Freilich, wehe, wie fremd sind die Gassen der Leid-Stadt,

wo in der falschen, aus Übertönung gemachten Stille,

stark, aus der Gussform des Leeren gemachte Ausguss prahlt:

der vergoldete Lärm, das platzende Denkmal.

Oh, wie spurlos zerträte ein Engel ihnen den Trostmarkt…”

(Rainer Maria Rilke, aus der 10.Duineser Elegie)

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17. Februar 2011

“Makkaronisch” Fussnoten zum Rest des 1.Kapitels (in dem es schweinisch zugeht)


  • …selbst einen makkaronischen Gesang aus Deutschland….(S.209)

Eine unserer Geheim- bzw. Sparsprachen wie Pidgin, Kréole, Argot, Jiddisch, Denglisch, Rotwelsch, Kauderwelsch (jede Verwechselung mit gegenwärtigen Politikern wäre rein zufällig!), Küchenlatein…..

Der Name kommt wohl von den sizilianischen Teigwaren her, er wird auch oft pejorativ für Italiener im Allgemeinen gebraucht.

Beispiel à la Pynchon bzw. Heinrich Suso:

O Jesu parvule hehe

Nach dir ist mir so weh hehe

Tröst mir mein Gemüte

O puer optime hehe

Durch alle deine Güte

O princeps gloriae ae ae

Trahe me post te he

Trahe me post te!

Ein makkaronisches Gedicht aus den USA (sollten wir “maccaroni” schreim?):

The Most Important Letter In My Name
To the Tune of „America the Beautiful“

Oh, beautiful for E and R,
for I and K and A,
Oh, beautiful for all of these,
Especially the K!
I’m Erika, I’m Erika,
God shed his grace on me,
But not on those who write my name
And spell it with a C!

Auch der PC schreibt oft makkaronisch:

to Knack, tu nadr, v. a. unb v. n. ettU,
gewiffe&@evnufd) vjen fid) geben, fna^
(fcn , mit einem (53ernurd)e jevbrecüen.
to knack a Nut, eine 3tUB fnacfen.
to knack with his Fingers, mit ben
Ringern fnacfen. * 

Knacker, md'Ot, S. 1) ein fnacfcn* -
beö cber fnarvenbeö «Spieljeug» a) ein
9^u9fni;cfer. 5) berjenige, wcldjer
!ltlne(5Jerdt{)fi)aften verfertiget. 4) ein
©cild'.

 

  • Das war aber auch schon alles, was die “Weisse Visitation” den Bürgern von Ick Regis an Abwechslung zu bieten gehabt hatte… (S.120)

Ort an der Kanalküste Englands, nahe den Klippen steht die “Weisse Visitation”. Konnte den Ort net finden, könnte aber so aussehen:

“Frühe Barbaren Europas, die sich dicht genug unter diese Küste gewagt hatten, sahen diese weissen Barrieren durch den Nebel schimmern und wussten, wohin ihre Toten entführt worden waren…”

Es gibt einen Ort Bognor Regis westlich von Brighton (Brighton wird im Buch erwähnt)

  • …aber er hört Mrs. Quods lüsternes mnjam mnjam…(S.192)

Niam Niam: großer, zu den Nubavölkern gehöriger Volksstamm in Zentralafrika, unter 4–6° nördl. Br., im Gebiet der Quellen des Bahr el Gazal und der Wasserscheide zwischen diesem und den entweder zum Congo oder zum Schari fließenden Gewässern, welcher so von den Dinka, auf den Kannibalismus des Volkes anspielend, genannt wird, während derselbe bei den Monbuttu Babungera, bei den Mittu Makaraka oder Kakaraka heißt. Die Niam-Niam, deren Zahl 2 Mill. betragen soll, haben sich, kurz ehe die ersten Europäer zu ihnen kamen, nach Norden  hin ausgebreitet, die Stämme, auf welche sie stießen, unterjochend oder vertreibend. Im O. sind die durch fremde Zumischung ihnen entfremdeten Bongo (Papa was the king of Bongo) den Niam-Niam zuzurechnen. Die Hautfarbe ist rotbraun, das wollig-krause Haar wird in phantastische Flechten und Knoten gelegt, auch zu einem Strahlenkranz geflochten, der den Kopf wie ein Heiligenschein umgibt. Als Stammesabzeichen tättowieren sich die Niam-Niam drei oder vier mit Punkten ausgefüllte Quadrate auf Stirn, Schläfen und Wangen, ferner eine ╳-förmige punktierte Figur auf der Magengrube. Außerdem tragen sie mancherlei individuelle Tätowierungen. Die Schneidezähne feilen sie spitz. Als Kleidung dient ein Fellschurz, auf dem Kopf wird eine vierkantige, mit Federn ausgeputzte Strohmütze getragen. Zieraten sind Schnüre von Zähnen, Glasperlen und Drahtringe um Arme und Beine, die letzten namentlich bei den Frauen. Ihre kegelförmigen, gut gebauten Hütten sind zu kleinen Weilern gruppiert, die inmitten der Ackerfelder liegen; auf letztern bauen die Frauen Eleusine, Bataten, Mandiok, Yams und Tabak. Einzige Haustiere sind Hunde, die man mästet, und Hühner. Die Männer betreiben die Jagd. Die Menschenfresserei herrscht bei allen Stämmen; dem Menschenfett schreibt man eine berauschende Wirkung zu. Ihre Waffen sind Lanzen, hübsch gearbeitete Dolche, Krummsäbel, zackige Wurfeisen, länglich-oval geflochtene Schilde; seltener Bogen und Pfeile. Im Familienleben zeigt sich ein größerer Grad von Kultur als bei allen andern Völkern dieser Gegenden. Es herrscht Vielweiberei, doch hängen die Männer mit großer Liebe an ihren Frauen. (Anm. hibou: sie haben sie wohl zum Fressen gern?)

  • Als ob hier täglich ein Pearl Harbor stattfände… (S.110)

Durch den japanischen Angriff auf Pearl Harbor, der den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg auslöste, wurde der Hafen weltbekannt. Der Luftangriff erfolgte in den Morgenstunden des 7. Dezember 1941 und kostete 2.403 US-Amerikaner das Leben. Bei diesem Angriff wurde dieser Marinestützpunkt zerstört. Obwohl die gefürchteten Kamikaze durch die Japaner strategisch erst ab 1944 eingesetzt wurden, gab es bereits Angriffe solcher Art in Pearl Harbor.

  • …das sind die Arschgesichter hinter FDR…” (S.112)

Franklin Delano Roosevelt, US-Präsident 1933-45

  • …in der sie ihre Possen reissen, oinken, sommers Kühlung finden…(S.135)

du Ferkel!

  • …absurd wie ein Zuave…(S.150)

Zuaven nannten sich die Angehörigen historischer Infanterieeinheiten. Der Name geht auf den kabylischen Stamm der Zuauas im Distrikt Zuaua (Zuavia) in der algerischen Provinz Constantine zurück, die bereits zu Zeiten des Osmanischen Reiches Söldnertruppen stellten, die für ihre Tapferkeit berühmt waren. Leif Miles, übernehmen sie! Zuave hat nix mit Suevia (Schwaben) und auch nix mit des Papstes Schweizergarde zu tun J

  • …denn diese eigenartigen Verwandten der tödlichen Amanites phalloides (Rahab: Phallus!) sind es, denen Osbies Aufmerksamkeit gilt… (S.151)

Der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) ist eine Pilzart aus der Gattung der Wulstlinge (Amanita). Er ist ein mit Laubbäumen vergesellschafteter Mykorrhizapilz. Der Verzehr von nur geringen Mengen des Fruchtkörpers dieses Giftpilzes kann tödlich giftig sein, da die enthaltenen Gifte (Amatoxine und Phallotoxine) zu Leberversagen führen.

  • Doch die Spitfires werden sich … schadlos halten…(S.158)

Die Supermarine Spitfire war ein einsitziger Abfangjäger, der vor allem während des Zweiten Weltkrieges von der Royal Air Force und vielen Alliierten eingesetzt wurde. Die gute Wendigkeit des bei Supermarine Aviation Works (Vickers), Ltd. ursprünglich unter dem Chefkonstrukteur Reginald J. Mitchell und seinen Nachfolgern (Mitchell starb 1937) entwickelten Flugzeugs machte es bei den Piloten sehr beliebt. Bei Supermarine und seinen Lizenznehmern wurden mehr als 20.300 Spitfires aller Varianten gebaut. Die Maschine wurde während des gesamten Zweiten Weltkriegs an allen Fronten eingesetzt und blieb auch danach bis weit in die 1950er-Jahre im Dienst.

  • …der im Köfferchen ein Exemplar der Duineser Elegien bei sich trug… (S.162)

Duino-Aurisina (slowenisch Devin-Nabrežina, deutsch Thübein-Nabreschin oder auch Tybein) ist eine Gemeinde mit 8675 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2009) an der Adriaküste im Nordosten Italiens, in der Region Friaul-Julisch Venetien und der Provinz Triest. In Duino befinden sich mehrere hochinteressante Kirchen, die teilweise auf spätantiken Fundamenten stehen. Zudem weist der Ort gleich mehrere Burgen und burgartige Schlösser auf. Die bekannteste Anlage, das Neue Schloss, das sich heute im Besitz der Familie Thurn und Taxis befindet und von ihr bewohnt wird, zeigt unter anderem die berühmte Palladianische Treppe. Einige Säle des Schlosses sind jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Zu besichtigen sind unter anderem ein Pianoforte, auf dem Franz Liszt während seines Aufenthaltes hier musiziert hat, und der Schlosspark, mit herrlichem Blick auf den Golf von Triest. Auch die Grafen von Chambord, Kaiserin Sisi und Kaiser Franz Josef I., Erzherzog Maximilian mit Charlotte, Eleonora Duse, Johann Strauss, Gabriele D’Annunzio, Paul Valéry, Mark Twain, Victor Hugo und Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich nahmen oft in dem Schloss Aufenthalt. In Duino starb ferner 1906 der Physiker Ludwig Boltzmann.

Während seiner Aufenthalte auf Schloss Duino schrieb Rainer Maria Rilke als Gast der Prinzessin Marie von Thurn und Taxis seine Duineser Elegien. An den Dichter erinnert der berühmte Rilkeweg entlang der Felsen zwischen Sistiana und Duino, von dem aus sich ein Panorama-Blick auf die Bucht von Sistiana, den Golf von Triest und das Schloss bietet.

  • …hat jemand mit der Spitze eines Bajonetts die Worte “In hoc signo vinces” in die Rinde geritzt… (S.164)

„in hoc signo vinces“ (zu deutsch „In diesem Zeichen wirst du siegen“) ist eine lateinische Redewendung und Übersetzung der griechischen Phrase „τούτω νίκα“. Sie bezieht sich auf einen Sieg im Zeichen des Christentums. Eine andere Version, die sich später auf Münzen fand, lautet hoc signo victor eris („Unter diesem Zeichen wirst du Sieger sein“).

Der griechische Kirchenschriftsteller Eusebios von Caesarea ist Verfasser der Biographie Kaiser Konstantins (Vita Constantini). In dieser berichtet er von einer Schlacht Konstantins gegen Maxentius an der Milvischen Brücke im Jahr 312. Konstantin soll vor dieser Schlacht ein leuchtendes Kreuz mit der Inschrift τούτῳ νίκα erschienen sein. Der Feldherr soll infolge dieser Erscheinung einen Traum gehabt haben, in dem Christus ihm erklärte, dass er das Zeichen gegen seine Feinde einsetzen solle. Eusebius berichtet weiter, dass Konstantin daraufhin befohlen habe, das Labarum als Feldzeichen zu verwenden (vgl. Christusmonogramm).

Diese Redewendung war der Leitspruch der 4. Gardebrigade der kroatischen Armee; sie findet sich auch auf den Packungen der Zigarettenmarke „Pall Mall“

Anmerkung hibou: woraus hervorgeht, dass das Christentum vor allem als kriegerische Methode Zukunft hatte (was Konstantin und seine Fans betrifft)

  • …im Regent’s Park zu den Leoparden und Pekaris…(S.196)

Die Nabelschweine, neuweltlichen Schweine oder Pekaris (Tayassuidae) bilden eine mit den Echten oder altweltlichen Schweinen eng verwandte Familie der Paarhufer. Der Name Pekari entstammt der Sprache der brasilianischen Tupi-Indianer und bedeutet in etwa „Tier, das viele Wege durch den Wald macht“.

  • …unter den Faltenwurf von Miss Libertys Gewand zu schielen versucht….(S.218)

Der Walking Liberty Half Dollar ist eine US-amerikanische Silbermünze zu einem halben Dollar oder 50 Cent, die von 1916 bis 1947 geprägt wurde. Benannt ist die von Adolph Alexander Weinman gestaltete Münze nach ihrem Motiv, der schreitenden Freiheitsgöttin Lady Liberty.

  • Troll (S.253)

Das Wort Troll bezeichnet:

  • ein nicht-menschliches Wesen in Mythologie und Literatur, siehe Troll (Mythologie)
  • davon abgeleitet
    • jemanden, der im Internet in Diskussionsforen, per E-Mail oder ähnlichem andere Personen oder Gruppen gezielt provoziert, siehe Troll (Netzkultur)
    • jemanden, der die Rechte von (eingekauften) Patenten verwertet, ohne an einer Nutzung des Patentgegenstandes interessiert zu sein, siehe Patent-Troll
  • einen Motorroller der 1960er Jahre aus Ludwigsfelde, siehe Troll (Motorroller)
  • ein norwegisches Automobil der 1950er, hergestellt von der Troll Plastkarosseri og bilindustri in Lunde (Telemark), siehe Troll (Auto)
  • eine norwegische Antarktisforschungsstation, siehe Troll (Forschungsstation)
  • eine Berliner Rätselzeitschrift, siehe Troll (Zeitschrift)
  • eine französische Comicserie, siehe Troll von Troy (franz. Trolls de Troy)
  • eine norwegische Black-Metal-Band, siehe Troll (Band)
  • eine norwegische Gasförderplattform, siehe Troll-Gasfeld
  • eine Serie von B-Filmen beginnend 1986: Troll (1986), Troll 2, Contamination .7
  • einen Film von Joe D’Amato, siehe Troll 3 (Titel ist ein Etikettenschwindel, hat nichts mit oben genannter Filmreihe gemein)
  • die schlechteste Notenstufe in der Zaubereischule Hogwarts der Harry-Potter-Romane
  • …und ab durch den Spiegel…(S.198)

“Orphée” von Jena Cocteau gesehen?

  • …doch hier, im winterlichen Reinickendorf….

Der Bezirk Reinickendorf ist seit 2001 der zwölfte Verwaltungsbezirk von Berlin. In der Zeit nach 1945 gehörte in der „Vier-Mächte-Stadt“ Berlin der Bezirk Reinickendorf zum französischen Sektor von Berlin und damit bis zur Wiedervereinigung zu West-Berlin. Hiess der Fussballclub da net “Reinickendorfer Füchse”?

  • Tyrischer Purpur, Alizarin und Indigo….. (S. 267)

Alizarin ist eine natürlich vorkommende chemische Verbindung aus der Gruppe der Anthrachinone, die vor allem als Farbstoff genutzt wird. Alizarin ist nicht mit dem Azofarbstoff Alizaringelb zu verwechseln. In der Natur kommt Alizarin, mit Primverose zur Ruberythrinsäure glycosidisch verbunden, in der Wurzel des Färberkrapps vor.Das Wort Alizarin stammt vermutlich vom spanischen alizari ab, welches sich vom arabischen al-usara ableitet. Beide Begriffe stehen für Krapp.

  • …um irgendein Stück von Ernesto Lecuona zu hören, wahrscheinlich “Siboney”… (S.272)

Siboney yo te quiero
yo me muero por tu amor
Siboney, I love you. I die for your love

Siboney al arrullo
de la palma pienso en ti
Siboney, before I sleep, I think of you

Ven a mi
que te quiero
y de todo tesoro
eres tu para mi
Come to me, because I love you. I will give you all my treasures. You are made for me

Siboney al arrullo
de la palma pienso en ti
Siboney, before I sleep, I think of you

Siboney de mi sueño
si no oyes la queja de mi voz
Siboney, of my dreams, if you don’t hear my voice’s complaint…

  • Höret die Engel, sie künden uns laut

Mrs. Simpson hat unsern König geklaut….

Wallis Simpson (* 19. Juni 1896 in Blue Ridge Summit, USA; † 24. April 1986 in Paris; Geburtsname: Bessie Wallis Warfield) war Herzogin von Windsor. Sie war der formelle Grund für die erzwungene Abdankung des britischen Königs Edward VIII. im Jahre 1936.

16. Februar 2011

Die Enden der Parabel (S. 50-63) Wie der Pirat zu seinem Namen kam

“’Du bist ein Pirat’, hatte sie ihm am letzten Tag zugeflüstert – keiner von beiden wusste, dass es der letzte war -, ‘Du bist gekommen und hast mich verschleppt auf Dein Piratenschiff…Du hast mich entführt, und jetzt bin ich die Rote Hure der Weltmeere…”. So wispert Prentices Geliebte von 1936, eine verheiratete Frau, die mich (sorry, Koslowski) an Kristin Scott-Thomas erinnert. “Na schön, dachte Pirat, schätze, ich gehe wieder zurück zur Armee…”

Thomas Kutzli hat dankenswerter Weise damit angefangen, ein Personenregister zu führen, das hat viele Vorteile, wirklich, unter anderem, dass man alles nochmal von vorne liest und so Neues entdeckt. Natürlich ist Bloat in Pirats Crew! Er fällt ja schon ganz zu Anfang vor Prentices Augen aus dem Bett, rutscht wenig später auf einer Bananenschale aus –

Schöne Jeheherachina

Wollte Wahahasser holn

Daha rutschte sie

Auf einer Bananenschahale aus!

Duhum duhum dumm, was da geschah,

Schöne Jerachina in den Brunnen fiel!

Und endlich – hätte ich fast geseufzt – treten Jessica und Roger auf! Und zwar auf einer Séance, wie sie in England üblich waren und sind (Ach Koslowski! Immer wenn ich Skeptiker den entsprechenden Raum betrat, hörte der Geist sofort auf, sich zu offenbaren!!) Anwesend sind auch Bloat und Prentice, die zusammen mit Roger eine Art konspirativen Dreiecks bilden und für ein Geheimprojekt “Schwarzer Flügel”, welches der hier  (Okel Wanja?) erstmals erwähnten “Weissen Visitation” zuarbeitet, tätig sind. Werden wir hier auf eine Spur gesetzt? Soll irgendetwas mit parapsychologischen Mitteln erreicht werden? Oder sind wir nur inmitten der im London von 1944 allgemein verbreiteten Paranoia?

Aber zuerst Jessica. Sie trägt Dartpfeile in der Hand, wirft auch einen “genau ins Schwarze”, erinnert in ihrer sauberen und reinen Brüstigkeit stark an die jungfräuliche Artemis ( “sie ist keineswegs sicher, dass er von ihr gesucht werden möchte”. “die Klarheit, die sie ausstrahlt”, “dieses Fehlen von Rauch und Lärm”, “schaut ihn aus riesigen Augen an”)

Apropos: Hab nun auch den GANZ mir entsprechenden Charakter entdeckt!: Er sieht überall Zusammenhänge und legt sie statistisch nieder, die Quintessenz ergibt hier Parabeln und das häufigste Motiv ist der Tod. Sein Wesen und auch sein Name gleichen der Flamme, die das Kapitel einleitet, die jede Luft- und Gefühlsregung widerspiegelt: Milton Gloaming.

For heaven’s sake! Bin nur wenige Seiten mit der Lektüre fortgeschritten. Muss länger lesen, sonst werde ich hier zwischen 60 und 150 Blogs über Pynchon schreiben……

15. Februar 2011

Das Buch ist angekommen. Oh, Pynchon, Pynchon….

Wenn ich irgendwo in eine Kirche gehe – hüstel -, schlage ich immer die Bibel orakelmässig auf oder lese eine ganz spontan ausgewählte Stelle in der auf dem Altar aufgeschlagenen. Bin ich etwa in Mittelengland, so steht da:

„His children are far from safety/ crushed in court without a defender…..“

Nun kam endlich unser Ali mit einem Päckchen für mich. „An Hibou“ stand da drauf, „am schönen Platze“. Und drinnen das Buch, ebenso blau und fast so dick. Mal sehn, ob man auch hiermit Schlüsselstellen findet?:

„‚Du siehst natürlich alles mit den Augen des Soldaten‘, sie trägt einen dummen kleinen Jungmädchenhut der neuesten Mode, ihr Gesicht ist klar und starr genug für dieses breitschultrige, hochtaillierte, halslose Profil… ‚Für Sie ist das alles ein Garten‘, schlägt er vor.“

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14. Februar 2011

Realität und Schein

Während mein Buch (hoffentlich auf einer flachen Parabel) zu mir unterwegs ist, habe ich sowohl im englischen Text, als auch in Euren Blogs verschiedentlich die Namen “Roger” und “Jessica” aufgeschnappt. Mir fiel natürlich der Film “Who framed Roger Rabbit” (Falsches Spiel mit Roger Rabbit) ein. Roger Rabbits grosse Liebe ist doch Jessica?  Ich schaue im Net nach. Es wird nirgends erwähnt, dass Zemeckis als Regissseur oder Spielberg als Producer Pynchon kannten. Ein Zufall? Nun ja. Die V2 hat ja auch nicht immer genau getroffen…

Jessica and Roger Rabbit

Habt ihr den Film gesehen? Roger und Jessica sind beide gezeichnete Comic-Figuren, Toons, die jedoch in unserer dreidimensionalen Welt heimisch sind, genauso wie Scharen anderer uns bekannter, wie Bugs Bunny, Baby Herman, Mickey etc… Unsere Welt und die Welt der Toons sind durch einen – in meiner Erinnerung dunkelgrünen – Tunnel miteinander verbunden. In der Toon-Welt herrscht Hauen und Stechen, Kühlschrank- und Tresorgeschmeisse. Jeder Briefkasten, jeder Laternenmast und jeder Hydrant erwacht zu selbständigem Leben. Die Zeichner erfreuen sich offensichtlich an dem Chaos, das da entsteht. In unserer Welt aus Fleisch und Blut sind die Methoden subtiler. Unser konventioneller Detektiv Valiant (verkörpert von Bob Hoskins) bewegt sich durch beide Welten. Doch halt! “Unsere Welt” ist ja auch nur be(ge)schrieben! Und sie scheint fast ebenso, oder noch chaotischer als die der Toons? Gewiss könnte man etwas im Roman Effi Briest nicht einfach zu Charlotte Roche verwandeln, aber hier bei Pynchon?

Roger ist ein verrücktes Karnickel. Es ist bekannt, dass er, wenn betrunken, ein lautes Pfeifen ausstösst, welches jedes Glas in der Umgebung zersplittern lässt (nein nein, wir sind nicht in Grass’ Blechtrommel). Jessica aber ist eine verführerische Schöne. Sie ist das berühmteste Sex-Symbol aller Comicfiguren. Wenn sie einen anschaut, nonchalant mit der einen Hand das lange Haar hinters Ohr legt, den Busen beben lässt, hört man sie förmlich sagen: „I’m not bad, I’m just drawn that way“. Ihre Idole sind Lauren Bacall, Rita Hayworth und Veronica Lake. Sie trägt keinen Slip, sagt man seit der Erfindung des Laserdisks…. Roger ist stets eifersüchtig, gerät deswegen sogar unter Mordverdacht…..

Jessica and Roger in Gravity’s Reainbow:

Sie sind beide Kinder der Schlacht um England, also des Krieges.

Sie werden “in sinnlichen Zusammenhängen beschrieben”, d.h. sie vögeln, auch leckt Roger Jessica eines Abends in den Schlaf. Nach Angaben des Autors trägt Jessica nie einen BH. Die Bedingungen des Krieges (“Hauen und Stechen”) sind konstituierend für ihre Gemeinschaft. Roger scheint sie jedoch im Laufe des Romans an einen “Jeremy” zu verlieren…..

Roger wird als ein Bursche mit einer Tendenz zum Schreien, im übrigen aber als ein “amusing maniac” geschildert.

Nun könnte ich im Laufe unseres Leseabenteuers bestimmt weitere Ähnlichkeiten zwischen den Figuren in dem Buch (1973) und dem Film (1988) herstellen. Aber vielleicht ist das ja alles meine freie Erfindung?

“(Denn) Pynchons Text ist mit Sätzen beladen, die Möglichkeiten zum Aufbau ganzer Welten aus Assoziationen führen können, die natürlich nicht immer richtig sein müssen.” (rr). Soll ich über die Ursprünge des auch erwähnten Erlenmeyers oder die Schlacht bei Balaclava (The Charge of the Light Brigade) schreiben?

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14. Februar 2011

Merde

Die Enden der Parabel: Scheisse! (S. 66-118)

Slothorp, das arme Schwein, wird von Pointsman unter Droge gesetzt (das erwähnte Natrium-Amytal dürfte ein ziemlich kräftiges Barbiturat sein) und reist unter deren Einfluss durch die Kloschüssel  (in der Pointsman nur mit dem Fuss stecken bleibt) ins Reich der Scheisse. Ist das net unappetitlich zu lesen – sogar für einige von uns? Ja, doch, aber zum einen ist Krieg, und Krieg ist a priori unappetitlich. Und der Pawlowianer Pointsman ist nicht nur koprophil, sondern auch ein Kinderschänder, und er braucht immer neue Hunde für seine Tierversuche. Am liebsten hätte er – nein, net Kraken, die sind zu visuell ausgerichtet – Menschen (Füchse) Einen hat er nun mit Slothorp. Er ist also beileibe nicht der strahlende und vorbildliche Zeitgenosse.

Zum anderen ist Scheisse nebst vielem anderen nur im bürgerlichen Zeitalter tabuisiert worden – heutzutage mindestens durch beständiges Aussprechen längst entzaubert:

Du, ich hab Scheisse gebaut!

Eine schöne Scheisse ist das…

War ein Scheisspiel!

Scheisse! Hab den Text von meim Gebet vergessen!!

Himmel, Arsch und Zwirn!

Verdammter Mist! etc. pp.

(Merke: Nur, wenn ich wem oder was ins Auge sehe, beherrscht es micht nicht. Damn, where is my fucking pencil?)

Aberr Magda hat ganz recht: wir können uns nur schwer vorstellen, dass Hedwig Courths-Mahler aufs Scheisshaus geht, oder höchstens, nachdem sie Uschi Glas in der Werbung für Abführmittel gesehen hätte.

In früheren Zeite und etwa aufm Dorf (was dasselbe ist) war das ganz anders. Der Heilige Augustinus (!) sagt im Hinblick auf unsere Anatomie: Der Mensch wird zwischen Scheisse und Pisse geboren….

Man lese Dante:

“…Vom Kinn zerspalten bis zum Furz! Inzwischen Beinen schien der Därme Rot, und das Gekrös’ quoll mit dem schmuz’gen Sacke, der alles, was er einschluckt, macht zu Kot…”

In der Göttlichen Komödie Höllenkreisen baden manche ganz in Scheisse, genau wie die ertappten Liebhaber in Bocaccios Decamerone. Auch Rabelais Buch enthält davon, genau wie Till Eulenspiegels Scherze….

Noch in unseren Tagen wird im Stall auf der Alp genauso unbeschwert geschissen wie am Strassenrand der Andenpässe. Ja, wie ihr wisst, bringt es Glück, in Hundescheisse zu treten!

Im ausgehenden 19. und angehenden 20. Jahrhundert fanden manche Schriftsteller wie etwa Joyce mit seinem Ulysses nur schwer Verlage, und das nicht wegen sexuell expliziter Absätze, sondern wegen der Scheissszenen. (Leo Bloom gleich ziemlich am Anfang des Buches)

Ich hab den Text von Pynchon an dieser, wie auch an anderen bisherigen Stellen als Imagination gelesen, zumal ja auch Musik von Charlie Parker drin ist…. *gg*

Dann sind ja immer noch Jessica und Roger da, beide so jung, dass sie sich kaum an Nicht-Krieg erinnern, in ihrem illegalen Haus, wo sie sich ihr Nest gebaut haben…

Irgendwoher hören auch wir eine Stimme aus Yorkshire:

Ein Fabrikmädel ist sie

Kann nur einfach sich kleiden

Und doch mag von Herzen

Gern ich sie leiden:

Mein Mädchen aus Yorkshire, ja ja  (Joyce, Ulysses)

Ja, Kalle, sie leben im Krieg. Aber sie scheissen drauf!

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13. Februar 2011

Fussnoten I

“Ich rieche, rieche Pynchonfleisch!” Einige Fussnoten zum Buchanfang

  • “’Wieder so ein uspenskianischer Unsinn’, flüstert eine Dame, die am Arm eines Hafenarbeiters vorbeirauscht…” (S.52)

Peter D. Ouspensky (March 4, 1878–October 2, 1947), (Pyotr Demianovich Ouspenskii, also Uspenskii or Uspensky), a Russian philosopher, invoked euclidean and noneuclidean geometry in his discussions of psychology and higher dimensions of existence.

Ouspensky has a reputation for his expositions of the early work of the Greek-Armenian teacher of esoteric doctrine George Gurdjieff, whom he met in Moscow in 1915.

After the Bolshevik revolution, Ouspensky travelled to London by way of Istanbul. G.R.S. Mead became interested in the fourth dimension and Lady Rothermore, wife of the press magnate, was willing to spread the news of Ouspenky’s Tertium Organum, while Ouspensky’s acquaintance A.R. Orage was telling others about Ouspensky. By order of the British government, Gurdjieff was not allowed to settle down in London.

Denying the ultimate reality of motion in his book Tertium Organum, he also negates Aristotle’s Logical Formula of Identification of „A is A“ and finally concludes in his „higher logic“ that A is both A and not-A without specifying that in Aristotle’s formula A can be both A and not A but not at the same time.

  • …”wenn nicht dieser staatenlose Laskar…” (S.58)

“Die Täter bezeichnete er als ‘staatenlose Akteure’, die die Region destabilisieren und ganze Welt als Geisel nehmen wollten. Eine Verantwortung Pakistans für die Anschläge wies er entschieden zurück.” Lashkar-e-Taiba („Armee der Frommen“) ist seit 2002 sowohl in Indien als auch in Pakistan verboten.  Aber: Gab es die 1944 schon?

  • “was der Text von ‘Dancing in the Dark’ wirklich sagt…“ (S.61)

I get up in the evening, and I ain’t got nothing to say
I come home in the morning, I go to bed feeling the same way
I ain’t nothing but tired, man I’m just tired and bored with myself
Hey there baby, I could use just a little help
(Chorus)
You can’t start a fire, you can’t start a fire without a spark
This gun’s for hire even if we’re just dancing in the dark

Message keeps getting clearer, radio’s on and I’m moving round the place
I check myself out in the mirror I wanna change my clothes my hair my face
Man I ain’t getting nowhere just sitting in a dump like this
There’s something happening somewhere baby I just know that there is
(Chorus)

You sit around getting older there’s a joke here somewhere and it’s on me
I’ll shake this world off my shoulders come baby this laughs on me
Stay on the streets of this town and they’ll be carving you up alright
They say you got to stay hungry hey baby I’m just about starving tonight
I’m dying for some action I’m sick of sitting ‚round here trying to write
this book
I need a love reaction come on now baby give me just one look
(Chorus)

Hey baby!

  • “…selbst im Kino, als sie sich dieses unsägliche ‘Going my Way’ ansahen…” (S.84) (Film) 1944

Directed by Leo McCarey. With Bing Crosby, Barry Fitzgerald, Frank McHugh, James Brown.

Youthful Father Chuck O’Malley led a colorful life of sports, song, and romance before joining the Roman Catholic clergy, but his level gaze and twinkling eyes make it clear that he knows he made the right choice. After joining a parish, O’Malley’s worldly knowledge helps him connect with a gang of kids looking for direction and handle the business details of the church-building fund…

  • “Vorsicht, Süsse! Wir sind hier nicht in der ‘Garderobe vom alten Windmill’, wenn Du weisst, was ich meine” (vermutlich handelt es sich um einen erotischen Film) (S.85)

siehe: Jessica (!) Heyser, Inszenierung und Wirklichkeit. Die Medien in Thomas Pynchons „Die Enden der Parabel“

Hauptseminararbeit,  2001, 19 Seiten

Preis: 7,99 EUR (E-Book), 12,99 EUR (Buch)

  • “Das Fundament bildet ein bürokratischesSmegma …” (S.32)

Buildup of skin and other crud found between the foreskin and penis

  • Tunbridge Wells (S.85)

Tunbridge Wells, auch Royal Tunbridge Wells, ist eine Stadt im äußersten Westen der Grafschaft Kent nahe der Grenze zu Sussex im Südosten Englands im Vereinigten Königreich. Tunbridge Wells ist darüber hinaus Verwaltungssitz des Borough of Tunbridge Wells.

Tunbridge Wells ist zudem ein Kurort, der seine Entstehung der Entdeckung von eisenhaltigen Quellen verdankt. Es war zu erwarten, dass Tunbridge Wells durch die Auffindung einer angeblich heilkräftigen Quelle in der damaligen Zeit, als man immer mehr an die medizinische Wirksamkeit der Heilquellen glaubte, zu einem Anziehungspunkt der feinen Gesellschaft aus der nahen Hauptstadt London wurde.

  • Saccade (84)

A saccade is a fast movement of an eye

  • “Ihre erste Begegnung war, was Hollywood ein cute meet nennt, mitten in den historischen Kulissen des Stadtkerns von Tunbridge Wells…” (85)

Meet cute: Scenario in which two individuals are brought together in some unlikely, zany, destined-to-fall-in-love-and-be-together-forever sort of way (the more unusual, the better).

  • “…der ergrauende Pawlowianer.”  (S.91)

Iwan Petrowitsch Pawlow (russ. Иван Петрович Павлов, * 14. Septemberjul./ 26. September 1849greg. in Rjasan; † 27. Februar 1936 in Leningrad) war ein russischer Mediziner und Physiologe. Er erhielt 1904 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine Arbeiten über die Verdauungsdrüsen. Weiterhin erarbeitete er wichtige Grundlagen für die Verhaltensforschung und legte damit einen Grundstein für die behaviouristischen Lerntheorien.

Er war der Überzeugung, dass Verhalten auf Reflexen beruhen kann, und entdeckte das Prinzip der Klassischen Konditionierung. Dabei unterschied er zwischen unkonditionierten (auch natürlich genannten) und konditionierten Reflexen (die durch Lernen erworben werden).

Am bekanntesten dürfte der so genannte Pawlowsche Hund sein: ein Forschungsprojekt, welches unmittelbar aus seinen mit dem Nobelpreis gewürdigten physiologischen Studien hervorging. Bei diesen Studien stellte Pawlow fest, dass die Speichelsekretion eines Hundes nicht erst mit dem Fressvorgang beginnt, sondern bereits beim Anblick der Nahrung.

  • “…Tatsächlich verteilen sich die Raketen genauso über London, wie es die Poissonsche Gleichung in den Lehrbüchern vorhersagt…” (S.91)

Sei eine stetige, im Unendlichen schnell fallende Funktion. Es seien die Fourier-Transformierten in den zwei wichtigsten Varianten gleichzeitig betrachtet,

bzw.

.

  • “…wozu sie ihr Fay-Wray-Gesicht aufsetzt…” (S.94)

Vina Fay Wray (* 15. September 1907 in Cardston, Alberta, Kanada; † 8. August 2004 in New York City) war eine US-amerikanische Schauspielerin.

  • “’Cherokee’ heult in diesem Augenblick aus dem Tanzsaal herauf…” (S.104)

Charlie „Bird“ Parker (* 29. August 1920 als Charles Christopher Parker Jr. in Kansas City; † 12. März 1955 in New York) war ein US-amerikanischer Musiker (Altsaxophonist und Komponist), der als einer der Schöpfer und herausragenden Interpreten des Bebop zu einem der wichtigsten und einflussreichsten Musiker in der Geschichte des Jazz wurde. Cherokee ist ein indianischer Lovesong, der durch “Yardbird” Parkers Interpretation berühmt wurde.

  • kallipygische Rundungen” (auf Whappo gemünzt) (S.114)

Venus Kalipygos = die Venus mit dem schönen Hintern

  • Didus ineptus, Dodo, Dront

von Katjes „Vorfahre“ Frans Van der Groovs im 17.Jh. auf Mauritius ausgerottete Vogelart. Die Dronten (Bravo, Frau Jelinek, für den Namen, tönt besser als „Dodoes“). „Der dumme, ungelenke Vogel…, nicht dafür geschaffen, zu fliegen oder auch nur behende zu laufen…“ (176)

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10. Februar 2011

Doppelte Britische Sommerzeit

Erst Teddy Bloat, er muss zur Bananenabteilung gehören, jedenfalls nach der Banane in seiner Umhängetasche, die den Fall der Minikamera ins Versteck abfedert, gleichzeitig aber einen verräterischen Duft des Dagewesenseins verbreitet. Er spioniert den ACHTUNG aus, fotografiert dort Slothrops Stadtplan von London (der, der Maike silbern werden lässt), spioniert also innerhalb der britischen Geheimdienste, wie die Doppelagenten John Le Carrés, die vor lauter Seitenwechsel selber nicht mehr wissen, für wen sie eigentlich arbeiten.

Ganz unmerklich wechseln wir zu Slothrop selbst über (ja, Wanja, unser allwissender Erzähler), dieser jagt gerade nach Einschussstellen der V2, zieht in der Jagd nach Beweisstücken wie gesagt gegen Pirat den Kürzeren, ist zudem von seinem Job nervlich zerrüttet, zündet sich zwei Zigaretten gleichzeitig an und schläft aus Versehn mit der falschen Norma. Sein Stadtplan, der ursprünglich seine amourösen Abenteuer verortet, ist, nach meiner Theorie, zur getarnten Geschichte der V2-Einschüsse geworden. Warum sonst sollte Bloat ihn sonst insgeheim fotografieren?

Slothorp ist Amerikaner. Sein ferner Vorfahre William (William the Conqueror) ist vom heimischen Berkshire nach Massachusetts ausgewandert. Sein bester Freund und Schreibtischnachbar, Lt. Oliver “Tantivy” Mucker-Maffick, ist Brite. Die traditionelle britisch-amerikanische Freundschaft, die bis zu Blair und Bush gehalten hat, “…ist ein Schiff, stabil genug für solche (atlantische) Ozeane”. “Tantivy” wird mir als “in vollem Galopp, in voller Geschwindigkeit” übersetzt. Klar kann solch ein Genannter seinen Schreibtisch net aufräumen….Oh, schön wärs. In Wirklichkeit ist der Schreibtisch des Amerikaners ein Feld für Archäologen… (Nebenbei: die Beschreibung seines Arbeitsplatzes erfüllt mich mit Entzücken! Liebe net umsonst den “Nouveau Roman”)

Slothorp sieht den Friedhof seiner Ahnen in Mingeborough, Massachusetts, vor sich, die helle Hand Gottes, die aus einer Wolke erscheint, erinnert ihn an seine und aller anderen Vergänglichkeit und wird von ihm (und dem Autor) direkt mit der Rakete in Verbindung gebracht….(Assoziation: Heinrich Schliemann sah als Junge auf einem meckpomm’schen Friedhof die Hand eines Raubritters aus dem Grab wachsen, was ihn dazu ermunterte “auszugraben”)

Was aber ist die Doppelte Britische Sommerzeit? Bedeutet “doppelt”, die Uhr zwei Stunden vorzustellen? Dann würden die V2 einschlagen, bevor sie abgefeuert wurden……(Der Schauplatz der Begegnung von Pirat Prentice und Slothorp ist Greenwich – der Nullmeridian – wo ja die Zeit von uns angeknüpft wird. Vom Ständer schweige ich. Ist ja die naheliegende Reaktion zu Rakete?)

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9. Februar 2011

Bananen

“Irgend etwas von einem Zug der Verdammten und einem Piraten, der es irgendwie mit Bananen hat.” (ruhrrot)

Musa-Arten und -Sorten sind immergrüne, mehrjährige, krautige Pflanzen. Der aus Blattscheiden bestehende hohle Scheinstamm und die spiralig angeordneten Laubblätter geben den Bananen-Arten ein palmenartiges Aussehen. Die großen, einfachen, ganzrandigen Blätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Wenn die Bananenstaude ein Alter von sieben bis neun Monaten erreicht hat, wächst bei ihr ein meist nach unten hängender, manchmal auch aufrechter Blütenstand mit meist rot-violetten Hochblättern. An der Unterseite eines jeden Hochblatts befinden sich essbare Blüten in einer Reihe, die in vielen asiatischen Ländern als Gemüse zubereitet und gekocht werden. Die zwittrigen oder eingeschlechtigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Aus jeder dieser Reihen wächst schließlich eine so genannte Bananenhand mit jeweils ungefähr 10 bis 20 Bananen, die fingergleich angeordnet sind. Die Blüten der Bananenfrüchte sind aufgrund der Schwere nach unten gerichtet. Die gekrümmte Form der Banane entsteht nicht nur, wie allgemein angeführt wird, aufgrund der späteren Ausrichtung nach dem Lichteinfall. Die Banane gehört zu den Pflanzen, die im Rahmen des negativen Geotropismus entgegen der Gravitation ihr Wachstum vorantreiben.

Pirat Prentice baut sie in einem Glashaus auf dem eigenen Dach an. Er liess sich extra Setzlinge kommen, vielleicht aus Fort Lamy, der heutigen Hauptstadt des Tschad? Oh, er weiss nichts von Afrika, da oben in seinem orangen Plaid, da hinter Glas mit wunderbarer Sicht auf Londons Industrieanlagen, er weiss weder von Rabih Fadlallah noch von François Joseph Amédée Lamy, die sich da unten totschlugen, aber er sieht die V2 am Himmel kommen, “wie eine Stahlbanane”

Pirat entdeckt das Geschoß in dem Augenblick, … als er sich anschickt, die Bananen fürs Frühstück zu ernten. Die Rakete könnte genau an dieser Stelle einschlagen, doch er bemerkt nur sarkastisch: Wir bekommen Post …” (jayne)

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9. Februar 2011

Die Enden der Parabel

Erscheinen

Auch schon wieder fast 40 Jahre her, denke ich, seitdem der Roman erschien. Und Rilke wird gedankt und auch Emily Dickinson. Den einen kenn ich, die andere nicht. War oft in Worpswede und Prag aber nie an Emilys Geburtsort. Oder doch? Namen, die wir nicht wissen. Ereignisse, die wir nicht wissen. Das Geschehen scheint aber ganz gegenwärtig: Drohende Gefahr von unbemannten Flugkörpern von oben, Emigration, Gedränge, nix zu rauchen…….

Mein Buch ist noch nicht gekommen. Die Post dauert lange hier. Ausserdem ist hierzulande die Einfuhr von Büchern verboten. Ich lese also solange in Englisch auf dem Bildschirm, gerade sitzend, und erinnere mich an “Die Versteigerung von Nummer 49”, das ich mal halbbewusst gelesen hab.

Ich will unverdrossen das dicke Buch besprechen (im Idealfall wird die Besprechung umfangreicher als das Original) (ui, da muss ich mich aber anstrengen…).

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