Ein gekapertes U-Boot

Schauplatzwechsel! Wir sind irgendwo auf dem Atlantik. Eine argentinische Gruppe hat ein deutsches U-Boot gekapert und will es nach Deutschland überführen, um dort um politisches Asyl nachzusuchen. Ausgerechnet in Deutschland!. Welch irres Szenario! Einmal abgesehen von der Faszination U-Boot. Die Weite des Horizontes! Das spähende Auge, Periskop dicht über den Wellen, selber im Verborgenen. Der Thrill der Jagd. Sehen und selber (hoffentlich) nicht gesehen werden. Bücher mit Schiffssilhouetten zur Identifikation des Feindes zur Hand. Dort in der Ferne braust ein US- Zerstörer heran! Warum sind so viele Zerstörer unterwegs, und so wenig Aufbauer? Wissen die jungen Leute da eigentlich, dass der Krieg zu Ende ist? Ich las von dem japanischen Soldaten, der jahrzehntelang in einer Erdhöhle aushielt, weil er die Kapitulation nicht mitbekommen hatte…Auch unsere Akteure sind eher Reiter zu Pferd als Seeleute…Und doch: auch da der Horizont!  “Was der Gaucho umreiten konnte, gehörte ihm”

Inzwischen singen sie ein Liedchen zur Gitarre, und endlich hören wir Spanisch:

Aqui me pongo a cantar

Al compás de la vigüela,

Que el hombre que lo desvela

Una pena estraordinaria,

Como la ave solitaria

Con el cantar se consuela.

Erinnert Ihr Euch? Slothrop hatte ihren Abgesandten im Zürcher Odeon getroffen, war dann von diesem zum Essen in die Kronenhalle eingeladen worden (in derselben Kronenhalle sind dieser Tage, 65 Jahre später, die Laptops verboten worden, das ist die neue Auseinandersetzung zwischen Zäunen und Weite, zwischen Zentrum, Ordnung, Disziplin, Eigentum, und Anarchie), hatte für ihn eine wichtige Botschaft nach Genf gebracht….

Auf dem Boot, inzwischen, unter der spanischen Küste, tagsüber auf Tauchstation, des Nachts aufgetaucht, um die Batterien aufzuladen, “sanfte Nacht, vollgeschmiert mit goldenen Sternen”: die gemischte Besatzung: bolschewistische Dichter, ausgeflippte Frauen, Gauchos, kampfgeile Bordingenieure, die sich ein Torpedo- und Geschützduell mit dem amerikanischen Kriegsschiff John E.Badass liefern, dass aber zum Glück durch den heimgekehrten Seaman Bodine mittels raffinierter Drogen verhindert wird… Auch Squalidozzi, ihr Abgesandter, ist inzwischen auf Umwegen über Zürich, Rottweil oder Trossingen und Bremerhaven zurückgekehrt. Er hatte in Süddeutschland ein Gangstertreffen zwischen den Leuten Blodgett Waxwings und Gerhard von Göll mitbekommen, einen Western mit Pferden gesehen! Und von von Göll (dem Springer) eine Zukunftsperspektive in der Lüneburger Heide gewiesen bekommen…. Alles reichlich verrückt und wieder einmal völlig imaginativ und „konfus“!

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