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18. November 2014

Pferde

Pferde

horse

“am Strassenrand die armen, faulenden Pferdekadaver…” (S. 130) (Brigadier Puddings flandrische Reminiszenzen, Ypern 1917)

“dort, wo einst Pferde an den tobenden, pechverfolgten Zockern des alten Friedens vorbeidonnerten…” Holländische V2-Batterie des Hauptmanns Blicero (156) in Duindingt.

Gottfried: “Er liebt sie (die Raketen) so, wie er Pferde lieben würde….”

“…ein Holzzaun, hohläugige Rösser auf einem Feld…” (222) (Schilderung eines Traums)

“…Dampfwolken aus den Nüstern des alten Pferdes…” (253) (Leni in Berlin wie sie am (Landwehr?)Kanal aufs Pflaster fielen, wo nur der Schnee ihren Sturz auffing)

“Gastgeber Raoul schweift mit einem riesigen Stetson, einem Tom-Mix-Hemd, einem Par Sechsschüsser und einem Percheron-Pferd am Zügel durch die Räume. Das Pferd äpfelt auf den Buchara-Teppich und einen lang hingeschlagenen Gast…” (387) (Percheron Pferd: Rasse aus dem nordfranzösischen Perche-Tal, gewöhnlich grau oder schwarz)

“Raoul redet ernsthaft auf sein Pferd ein.” (390)

“Raoul versucht, sein Ross zu besteigen und davonzusprengen, verfehlt aber den Sattel und rutscht auf der anderen Seite wieder runter…” (391) (der Sherman-Panzer ist in die Haschisch-Idylle der Party eingebrochen)

“Nicht annähernd das Chaos, das wir hinter uns gelassen haben”, erwidert traurig der Argentinier. In seinem Gesicht sind tiefe Falten erschienen, gegraben vom Leben nach tausenden von Pferden, vom Blick auf zu viele todgeweihte Fohlen…”
(Slothorp sitzt mit dem Argentinier Francisco Squalidozzi im Zürcher Odeon) (414)

Kurz nach dem Krieg im Harz:

“Alte Pferde mit knotigen, schlammverkrusteten Gelenken, kurzbeinig und weitbrüstig, ziehen Wagenladungen von Fässern von den Weinbergen zu den Wirtshäusern. (Bestimmt irrt Pynchon hier und es sollen Bierfässer sein. Gibt es Weinberge in Nordhausen?) Ihre Halsmuskeln spannen sich in den Doppelgeschirren, die sie aneinanderketten, ihre schweren Eisen lassen bei jedem ihrer nassen Tritte eine Dreckblüte aufspritzen.” (454)

“….von Jeeps, Zehntonnern, berittenen Russen immer wieder in den Graben gedrängt…” (462)

“…reitend auf Rössern aus hochglanzpoliertem Meteorstein, die alle das gleiche, stilisierte Gesicht haben (ein harter Kontrast zum Bild des Pferdes, das dir folgt, Betonung auf dem irren Blick, den Zähnen, der Dunkelheit unter seiner Schwanzwurzel…)” (464)

Die zentrale Stelle über Pferde ist natürlich der Ritt von Hauptmann Tschitscherin auf “Snake”, dem Apaloosa-Ross, durch die kirgisische Steppe auf der Suche nach dem “Kirgisischen Licht”

“Einige wenige mögen Zuflucht bei den Russen gefunden haben, denen Pferde noch etwas bedeuten.” (527)
“Es war ein Land des besoffenen Heimwehs nach Städten, der Stille kirgisisscher Ritte und des pausenlosen Bebens der Erde…” (529)
“Kirgisen, jung und alt, kamen aus der Steppe, rochen nach Pferden, saurer Milch und dem Rauch ihrer Kräuter…” (529)

“Hinaus ins Gebein des Hinterlandes reiten Tschitscherin und sein treuer kirgisischer Gefährte Džaqyp Qulan. Tschitscherins Pferd ist eine Version seiner selbst…..” (535ff)