Pöklers Forschung

Pökler etymologisch: Nach einem Ostseesturm ist Pökler durch die Gischt “von einer dünnen Schicht Salz überzogen”, also eingepökelt …

Franz Pökler gehört zu den Ausgesuchten, die im Dritten Reich – zuerst in und bei Berlin, dann in Peenemünde und der vorgelagerten Insel – an einer Rakete forschen. Er selbst ist Proletarier, aber auch preussische Junker (von Braun) und Angehörige aller möglichen Schichten (sogar Hereros und Juden) gehören zu dem hermetisch abgeriegelten Kreis, der Kekulés Traum nachträumt und teilweise, wie etwa Pökler selbst, bis zuletzt nicht ahnt, dass dieses Geschoss, zuerst V-1, dann V-2, dem Regime als Waffe dienen soll. Pökler und seine Tochter, die ihn besucht (seine Frau Leni hat sich lange schon von ihm getrennt) träumen hingegen vom Mond.

Ich las dies im Jahre 2014 und mir wurde schlecht davon. Es ist wie heute. Eine Regierung, die höchste technische Vollkommenheit auf einem mystischen Hintergrund anstrebt. Das Mystifizieren geht je bis in die Technik hinein (“Heilige Kathode, Heilige Anode und Heiliges Gitter…”). Draussen auf der Strasse werden eventuell Aufmuckende mit roher Polizeigewalt zur Räson gebracht (“Frauen schlitterten wie Puppen über die schlüpfrigen Pflastersteine und Strassenbahnschienen, der dicke Strahl traf sie an Bauch und Kopf…”). Sind wir wieder in Hitlers Zeiten angekommen?

Als das Kriegsende dem allem ein Ende macht, sieht Pökler draussen sterbende und tote Häftlinge und wird sich bewusst, was da alles während seiner unschuldigen” Forschungszeit geschah….

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