Pynchon romantisch

Ja, auch er, so ironisch und schonungslos, liebt die Natur 🙂

“Unsere Geschichte ist eine Summe aus letzten Augenblicken.”

“Überall um dich her siehst du kleine Büschel weisser Blumen spriessen.” (223)

“Für einen Augenblick ist dir egal, als wer und was du registriert bist. Für einen Augenblick bist du nicht der, den die Caesaren aus dir machen.” (220)

“…als wärendie Züge die ganze Nacht durch das Reich der Toten gefahren…” (214)

“Herrlicher Morgen, Weltkrieg zwo.” (203)

“Draussen vor dem Fenster wuchs der Morgen.” (201)

“…kämpfen um einen Fensterplatz wie die Ferkel um die Zitzen der Muttersau.” (199)

“Sie verwirren jedermann. Sie sehen so unschuldig aus.” (197)

“’Er war meine ganze Gesundheit‘, pflegte sie oft zu sagen. ‚Seit er von mir gegangen ist, musste ich eine regelrechte Hexe werden, aus reiner Selbstverteidigung.’” (188)

“Ein Wandervogel in den Bergen des Leids.” (161)

“..die geschwungene Südküste mit ihren fahlen Kreidefelsen.” (119)

“Der Tod steht in der Küchentür und beobachtet sie, eisern und geduldig, mit einem Blick, der sagt: Versucht mal, mich zu kitzeln.” (99)

“- lauf dreimal ums Haus, ohne an einen Fuchs zu denken, und du kannst wirklich alles heilen.” (79)

“Die Nacht, voll feiner Regentropfen, riecht wie ein nasser Hund.” (73)

“ Roger ist nirgends zu sehen, und sie ist sich keineswegs sicher, dass er von ihr gesucht werden möchte. (54)

“Und doch ist Freundlichkeit ein Schiff, stabil genug für solche Ozeane.” (38)

“Wir haben kein Wort dafür, oder es wird geheimgehalten.” (14)

“Jessica konzentriert sich ganz auf das Festmachen ihrer Nyons, das ältere Paar, vorne-hoch, hinten-tief, wie ein Merkvers gleitet es wellenförmig durch die Finger, wäscheweisses, krauses Gummiband dehnt sich eng und anliegend über die sanfte Wölbung ihres Schenkels, die Schnallen der Strapse glitzern silbrig unter oder hinter roten Zierbäumchen vorbei, dann antwortet sie:” (206)

“…er…wollte glauben, dass noch nichts entschieden war, wie finster die Zeiten auch sein mochten, dass noch immer alles anders werden, sie den dunklen Ozean in seinem Rücken noch immer wegleugnen, weglieben konnte. Und, ein wenig egoistisch, dass er mit ihrer Hilfe aus der Schwermut seiner Jugend, seiner Todesverliebtheit, seiner Komplizenschaft mit dem Tod den Weg ins Leben und zur Freude finden würde. Er hatte ihr nie davon erzählt, gestand es sich selbst kaum ein, aber er wusste, dass dies das Mass seines Glaubens war, während die siebente Weihnacht dieses Krieges schon ausholte, ihm einen neuen Hieb in seine hagere, zitternde Flanke zu versetzen…” (204)

“Schweigen, das neues Schweigen gebiert. Rutschen und Rücken auf den Stühlen, rings um den Tisch, aber die kleinen Finger halten Kontakt.” (269)

“Unter den Fenstern kriecht eine Rangierlok lautlos über das Spinnennetz der Schienen.” (276)

Oben im Wind Möwengestöber ein schwereloses Gleiten, Seite an Seite, auf gelassen ausgebreiteten Schwingen, die nur ab und an winzig zucken, um neuen Auftrieb zu gewinnen – langsam, weiss, wischen sie dahin wie Pharaokarten zwischen den Daumen eines unsichtbaren Spielers…”

…als das Land noch frei war und das Auge unschuldig und die Gegenwart des Schöpfers viel unmittelbarer.” (340)

…seinem leidenschaftlichen Verlangen nach Schmerz, nach etwas Wirklichem, etwas Reinem.” (371)

…die verkleidete Secret-Service-Version eines Apachen…” (385)

…genau dort, wo das Licht des Himmels dem Licht der elektrischen Strassenlampen die Waage hält…” (400)

Die lebenslangen Zürcher flanieren in Frühabend-Blau vorbei.” (413)

Unter den Grosstadtstrassen, dem Mauergewirr der Zinskasernen, den Zäunen und dem Stahlnetz der Schienen sehnt sich das argentinische Herz in seiner Perversität und seiner Schuld nach der Rückkehr zu jener ersten unbekritzelten Klarheit…der anarchischen Einheit von Pampa und Himmel…” (416)

Montblanc sagt hallo, See grüsst rüber…” (419)

Aber nur wenige nackte Glühbirnen höhlen Lichtkugeln in die Finsternis. Wo Dunkelheit, wie Marmor, abgebaut und an einen anderen Ort transportiert wird, ist die Glühbirne der Meissel, der sie aus ihrer Trägheit losbricht – sie ist zu einer der grossen, heimlichen Ikonen der Demut geworden, jener Massen, die übergangen worden sind von Gott und der Geschichte.”

Zu beiden Seiten der Schienen huscht das lokale Zwergenvolk…” (486)

Vögel fliegen durch die zerbrochenen Scheiben ein und aus.” (491)

…wenn der Mittag die Schatten eng an die Körper presste…”

Wir werden uns solche neue Karten der Erde einprägen müssen: und in dem Masse, wie die Reisen in das Innere alltäglich werden, werden diese Karten neue Dimensionen hinzugewinnen, …” (502)

Slothorp spürt, wie sich sein Herz, ausser Kontrolle, mit Liebe aufbläst und hochschnellt wie ein Ballon.”

Man kann sie jetzt oft abends hören, an Lagerfeuern hinter Buchenwäldern, die ihren Lichtschein kilometerweit in den fast trockenen Dunst des nördlichen Sommers schicken, der gerade ausreicht, den Strahlen einen Schimmer von Kontur zu geben – ein Dutzend Akkordeons und Concertinas, die ihre rauschenden Akkorde mit einem leichten Zungenflattern in Lieder voller klagenden sdwijes und snyis mischen, aus welchen die Stimmen der Hilfskorps-Mädchen am hellsten herausklingen.” (527)

…die Sitzenden würden kommen und gehen, die Stühle würden bleiben…” (528)

Das grosse Schweigen des Landes der sieben Ströme ist noch nicht alphabetisiert, wird es vielleicht niemals werden…” (533)

…aus den deutschen Träumen von der Ankunft des Engels aus der zehnten Elegie, die Flügelschläge schon am Rand des Wachens…” (534)

War er überhaupt dort? Sass er wirklich in dem schmuddeligen Hinterzimmer, hörte die Liftkabel ächzen und gegen die dünne Mauer schlagen und von der Strasse herauf, selten genug, ihm etwas beizumessen, das Peitschenknallen und Klappern einer Droschke auf den alten schwarzen Pflastersteinen?” (540)

…die nur hin und wieder an die Oberfläche des molekularen Schweigens treten, wie die sichtbaren Teile eines geknüpften Teppichs.” (556)

Ein Schrei von unten aus dem Moor. Vögel flattern auf, rund und schwarz, Körner von rohgemahlenem Pfeffer in dieser Himmels-Bouilabaisse.” (567)

Ein Mann muss voranschreiten und dem Leben ins Gesicht sehen.” (600)

Wir alle werden die Rakete benutzen, eines Tages, um die Erde zu verlassen. Zu überschreiten.” (625)

Kekulé träumt die Grosse Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beisst, die träumende Schlange, die die Welt umschlingt.” (644)

Alles, was man fühlt, wenn man einen Beethoven ins Ohr kriegt, ist losmarschieren und Polen erobern.” (688)

…aber Slothorp und Greta gebieten, wie Träumer, über einen Tiefgang, der gering genug ist, sie über alles hinwegzutragen, was der Krieg in ihren Weg gelegt hat.” (714)

Was ist es, das ich so nötig brauche?” (765)

…und hinten auf den Hügeln stehen unberührt die dichten Wälder.” (783)

Weisse Schwäne driften ins Schilf, Fasane fliegen über die hohen Kiefern landeinwärts. Irgendwo knurrt sich ein Lastwagen ins Leben.” (784)

Ich habe mir die Hände für dich wundgearbeitet.” (788)

Ein verschlafener Sommerabend in Peenemünde. Ein Entenschwarm zieht über den Himmel, Richtung Westen.” (789)

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2 Kommentare to “Pynchon romantisch”

  1. Glückliches 2017
    Gute Beiträge, schönes Blog.
    Herzliche Glückwünsche.
    Willkommen, zum meiner Kreationen zu sehen:
    Paintdigi.com

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