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23. Februar 2017

Gebrauchsanweisung

Uhh! Hab das Buch geschafft! Mit Pausen hat es über vier Jahre gedauert. Aber ich hab ja auch nen Blog davon geschrieben. Ich glaube kaum, dass irgendwer n Blog über ein Buch gemacht hat.. Liebe Leserin, lieber Leser: bitte von vorne anfangen! Scrollt ganz hinunter zu “older entries”. Oder auch nicht. Fangt irgendwo an. Und lest das Buch !

Wie es zu dem Ganzen kam? Es war einmal, vor langer Zeit, eine Lesegruppe in einer Community. Eine Maike Hank leitete das alles an. Wir suchten uns das Buch “Die Enden der Parabel” von Thomas Pynchnon aus. Jede/r sollte kapitelweise berichten. Aber mehr und mehr Leute gaben auf, Maike Hank selbst entschwand irgendwohin, ich bin sicher auf der Suche nach ihrem verlorenen “s”. Einmal gleichnamig mit Tom Hanks sein! Ob sie das Teil fand, weiss ich nicht. Vielleicht ist sie in ganz fernen Lȁndern im Westen, nein, im Osten! gelandet?

Als einziger blieb ich übrig. Da aber die Lektüre nun einmal begonnen war… da das Buch ausserdem eine lange Reise aus Deutschland hinter sich hatte und nun einmal hier war, beschloss ich, fortzufahren. Et voilà!

Und dann noch: ich hab “Die Enden der Parabel” AUCH deshalb in Deutsch gelesen, weil Jelinek übersetzt hat. Ich mag Elfriede Jelinek sehr. Sie ist genauso schwer verstandesmȁssig auseinanderzuklamüsern wie Pynchon.

Pynchons Slothrop ist genau so ein Ulysses wie Joyces Bloom. Nur dass er jahrelang umherzieht, hauptsȁchlich in Deutschland (Roger Mexico etwa fȁhrt auf der Suche nach ihm gerade eben in Bispingen vorbei). Wie Pynchon so ein riesiges Gemenge an Assoziationen schreiben konnte – ohne den Faden zu verlieren? Er ist übrigens neben allen Zoten ein echter Esoteriker, gell? UND ein Romantiker. Wie er Natur beschreibt! Ich denke nicht, dass Joyce das konnte.

“Die Enden der Parabel” (Gravity’s Rainbow) ist ein Buch

  • Zum nackt aus dem Fenster springen
  • Für Connaisseure das Schlotterns
  • Für Verschwörungstheoretiker
  • Für Nazis
  • Für Kirgisen
  • Für Musical-Liebhaber
  • Für Comic-Fans
  • Für Steptȁnzer
  • Für Amerikaner in Paris
  • Für Zonendeutsche
  • Für Zotenliebhaber
  • Für Farbenfetischisten
  • Für Chemiker
  • Für Schweinefreunde
  • Für Amphetamin-Enthusiasten
  • Für Sȁnger und Kazoo-Musiker, speziell für die, die Cole Porter kennen
  • Für Café-Odéon-Stammgȁste
  • Für Tuxedo-Trȁger
  • Für Liebhaber in der Verdunkelung
  • Für die Erfinder des Hubschraubers
  • Für alle Luft- und Seefahrer
  • Und, natürlich, für Raketentechniker….

Mir kommt lesend gegen Ende des Buches der Gedanke, ob der Aufbau des Romans wohl dem Flug einer Rakete entspricht? Dafür sprȁche das Chaos im dritten und abschliessenden Kapitel, wo, den Verheerungen einer Explosion zu vergleichen, alle Gedanken wir Kraut und Rüben durcheinander wirbeln…(Diese These könnte durch nochmaliges Lesen überprüft werden).

 

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