Posts tagged ‘Schwein’

31. Januar 2017

Fussnoten X: Gadarenische Schweine

  • Gadarenische Schweine:

Im Neuen Testament treibt Jesus Dȁmonen aus, unter anderen die Gadarenischen Schweine.

“…all seine Gadarenischen Sȁue, die sich in die Vernichtung stürzten…” (866)

  • Bela Lugosi

1882-1956, Ungarisch-Amerikanischer Schauspieler, stellte Graf Dracula im Film dar und war auch berühmt durchs Mimen von anderen Horrorgestalten.

“’Keineswegs, Major’, er versucht, sich einen russischen Akzent zu verpassen, der ganz wie Bela Lugosi rauskommt…” (870)

  • Ravenna

Norditalienisches Stȁdtchen mit grosser Vergangenheit: Haupstadt des Weströmischen Reiches, Hauptstadt des Ostgotischen Reiches, Hauptstadt des Langobardischen Reiches,Zentrum des byzantinischen Exarchats Ravenna, blieben seine Beuten wie durch Wunder erhalten: Grabmal des Theoderich, Mosaiken aus drei Epochen, zahlreiche frühchristliche Kirchen….

Ich bin auch in Ravenna gewesen.

Ist eine kleine tote Stadt,

Die Kirchen und viel Ruinen hat,

Man kann davon in den Büchern lesen.

Du gehst hindurch und schaust dich um,

Die Straßen sind so trüb und nass

Und sind so tausendjährig stumm

Und überall wächst Moos und Gras.

Das ist wie alte Lieder sind –

Man hört sie an und keiner lacht

Und jeder lauscht und jeder sinnt

Hernach daran bis in die Nacht

(Hermann Hesse)

“Kostbarer als Ravenna ist das, was sich hier aufzurichten beginnt gegen diesen stȁrkefarbenen Himmel…” (880)

  • Plechazunga

Dieser “Schweineheld” hat einmal Wismar vor der Invasion der Wikinger gerettet. Seither wird dies jedes Jahr gefeiert. Dieses Jahr soll Slothrop den Plechazunga spielen….

“Das Schweinekostüm ist eine Überraschung – rosa, blau und gelb, krachende Farben, ein deutsches Expressionistenschwein, aussen Plüsch, innen mit Stroh gepolstert. Es scheint wie angegossen zu passen. Hmm.”

  • Eisenhower

Dwight David Eisenhower, 1890 – 1969, General (WKII) und Prȁsident der USA

“’Am D-Day’, vertraute Pökler ihm an, ‘als ich Eisenhower hörte, wie er im Radio die Invasion der Normandie bekanntgab, da habe ich geglaubt, es wȁre in Wirklichkeit Clarc Gable…’”

  • Kȁthe Kollwitz

1867 – 1945, deutsche Künstlerin, ihre Werke bald expressionistisch, bald realistisch…

kollwitz

“Was immer Kȁthe Kollwitz sah, das ihren ausgemergelten Tod dazu brachte, seine Frauen von hinten anzuspringen…”

  • Etzel

Etzel bezeichent den sagenhaften Hunnenkönig aus dem “Nibelungenlied” und “Dietrich von Bern”, historisch Hunenführer Attila.

“An Etzel…der aus den Steppen nach Westen gezogen kam, um das delikate Gespinst aus Zauberei und Inzenst zu zerreissen, welches das Königreich der Burgunden zusammenhielt.”

  • Hugo Stinnes

1870-1924, deutscher Industrieller und Firmengründer

“An Hugo Stinnes sollte man dabei denken, den rastlosen Drȁhtezieher hinter den Kulissen aus sichtbarer Inflation, sichtbarer Geschichte: Spieler, Finanzhai, Erzgangster…”

  • Semper sint in flores

Zeile aus dem bekannten Studentenlied “Gaudeamus igitur”

“Ozeane von Bier und Mȁnnerchöre, die innig und erhoben ihr “Semper sint in flohores” sangen…”

11. März 2011

Totem

In alten animistischen Zeiten hatte jede Ethnie ihr Totem (meist ein Tier oder eine Pflanze, manchmal auch Berg und Tal). Es bildete das Leitsymbol für alle – und durfte keinesfalls gegessen werden. Der Schamane der Gruppe “verkörperte” dieses Tier. Um ihm als Geist nahezukommen, versuchte man durch körperliche und geistige Strapazen (zum Beispiel lange Wanderungen, langes Fasten, besuchen einer Schwitzhütte, körperliche Schmerzen und vieles mehr) eine Vision herbeizuführen. Gegebenenfalls wurde diese dann durch den Schamanen gedeutet. So hatte, wie ich “Gravity’s Rainbow” entnehme, ein Herrerostamm das Erdschwein als Schutzgeist. Diese Leute assen selbstverständlich kein Erdschwein, nannte sich vielmehr selbst nach ihm.

Fragen dazu:

Gehört das nicht alles einer sehr fernen Vergangenheit an?

Was ist mit denen, die heutzutage kein Schwein essen, regelmässig fasten, lange Wanderungen (z.B. nach Mekka) unternehmen, dabei körperliche Strapazen und vieles mehr auf sich nehmen? Ist es denn ihr Leitsymbol? Und was ist mit denen, die Schwein fressen – ehm, Allesfresser sind?

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24. Februar 2011

Schwarzkommando ( – S.515)

Wir erfahren genaueres über diese Wahnsinnsgruppe, die in der “Erdschweinhöhle” noch nach dem Ende des Krieges ihre Zentrale hat – und allenthalben in Norddeutschland Untergruppen. Die Verbindung Nord-Süd wird überdeutlich: erwarten wir Hereros in Deutschland? Und ihr Oberst trägt auch noch den sehr nordischen Namen “Enzian” (Er war uns schon in Holland begegnet, als Zögling und Geliebter des SS-Hauptmanns Weissmann, alias Blicero). Da sitzen sie nun unter Tage im Harz und funken. “Einen Sender in Betrieb zu setzen ist eine Einladung an die akute Paranoia: Schlagartig entsteht ein Muster aus Antennen, Tausende von Quadratkilometern voller Feinde, alle gesichtslos (Katie, der wir auch in Holland erstmals begegenen, wird von Pynchon ebenfalls als “mit erstorbenem Gesicht” geschildert. Anm. Hibou), ganz Ohr an ihren Empfängern sitzend in ihren nächtlichen Lagern…”. Um nicht, oder nur schwerer – denn sie benutzen für Technik deutsche Ausdrücke – abgehört zu werden, senden sie in Hererosprache, einer Zunge, die z.B. über zahhlreiche Wörter für “Scheisse” (sic) verfügt…

Scheisse, warum schreibe ich eigentlich hier noch? Komme mir total einsam vor, ausserdem sieht es aus, als ob ich das Thema Pynchon alleine belege. Naja, ich lese das Buch gerne, ich schreibe gerne, ich lerne viel Neues: zum Beispiel über die Herero. Ruhrrot bezeichnet die deutsche Expedition gegen die Herero in Deutsch-Südwest zu Recht als Völkermord. Heide Wiekzoreck-Zeul hat das auch getan, selbst wenn Joschka Fischer dies noch vor wenigen Jahren (und bestimmt wird dieser Grundsatz in Berlin noch heute beherzigt, vielleicht ja auch in Ankara?) als unglückliche, weil “entschädigungsrelevante Äusserung” bezeichnet hat.

Das Hererovolk (“so habe ich gelernt”, hehe) ist nomadisch, ja “Herero” bezeichnet ursprünglich den “der Vieh besitzt”). Reflexion: bin ich also nur Nomade, weil ich Vieh besitze, und dieses wegen Futtersuche wandern muss? Scheinbar nicht: denn wir wandern auch ohne Vieh. Spannenderweise entstand Feindschaft zwischen den Autochtonen und den kolonialisierenden Deutschen auch durch den Eisenbahnbau der Deutschen im Lande. Den Herero wurde, wie üblich, ihr Land abgetrickst. Wie dialektisch: um Schienen verlegen zu können, muss man das Land besitzen. Die Eisenbahn wirkt aber a priori nomadisch.

Nebenbei wird einem klar, dass das Dritte Reich nicht nur für Grossberlin, sondern auch fürs Nachkriegs-Afrika Pläne hatte…….

 

 

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